Eine Ausstellung zum 80-jährigen Jubiläum des «Kollektivplans» für Berlin von 1946
Kurator: Hansjörg Schneider. Ko-Kurator*innen: Thomas Flierl, Simone Hain
Rekonstruktion: Daniel Lordick, Projektleitung: Susanne Mierzwiak
Die Ausstellung «Berlin plant. Stunde Null» im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) rekonstruiert und kontextualisiert die historische Ausstellung Berlin plant – Erster Bericht von 1946, die die erste Stadtentwicklungsplanung zum Wiederaufbau Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Dem unter Verantwortung von Stadtbaurat Hans Scharoun tätigen «Kollektiv» gehörten an: Wils Ebert, Peter Friedrich, Ludmilla Herzenstein, Reinhold Lingner, Hans Scharoun, Luise Seitz, Selman Selmanagić und Herbert Weinberger.
Das Symposium «Berlin plant. Stunde Null. 1946|2026» am 20. Juni 2026 untersucht die Mehrdimensionalität des Kollektivplans und dessen Entstehung, die sich mit der 'Stunde Null' und den drängenden Forderungen nach einem radikalen gesellschaftlichen Neuanfang verbanden. 1946 war der Kollektivplan stadtplanerisch auf der Höhe seiner Zeit und zugleich seiner Zeit voraus. Unter Einbeziehung des derzeitigen Forschungsstandes beleuchten die Vorträge die Referenzmodelle der Planung, verborgene biografische Netzwerke vor, während und nach der NS-Zeit sowie die wechselhafte Rezeptionsgeschichte in Ost und West – zwischen Ablehnung, Verdrängung und Fortwirken. Eingehend thematisiert werden die wegweisenden stadt- und architekturbezogenen, ökologischen, stadtlandschaftlichen und partizipativen Impulse des Kollektivplans. Die Betrachtung einer vergangenen Zukunft eröffnet zurück- und vorausblickend einen Diskurs zur aktuellen Handlungs-und Erneuerungsfähigkeit unserer Gesellschaft und zur Frage: Wohin?
Programm:
13:00
Marius Babias, Direktor n.b.k. (Neuer Berliner Kunstverein): Begrüßung
Hansjörg Schneider (Bildender Künstler, Berlin): Ein Plan, wie keiner zuvor. Der Kollektivplan vom 1946 und das Ausstellungsprojekt der NBK als Vergegenwärtigung und Gesprächsangebot
Michael Augustin (Autor, Bremen) liest sein Gedicht «berlin» (1993) Rückfragen an den Autor
14:00
Greg Castillo (Prof. of Architecture, Dr. phil., UC Berkeley, College of Environmental Design): Urban planning in in the context of non-utopian postwar orders: Hans Scharoun's unrealized urban ideals for Berlin and Walter Gropius' abandoned plan for the redevelopment of Frankfurt a. M.
14:30
Simone Hain (Prof. Dr. phil., Architektur- und Planungshistorikerin, Berlin): Die Rezeption des Kollektivplans 1946 in Ost und West
15:00
Andrea Contursi (Dr. Ing., Architekt und Forscher, Studio_MMSD, Düren): Städtebau und -planung am Bauhaus (Bauhaus, MASCH und CIAM-Analyse Berlin)
15:30 Kaffeepause
16:00
Simone Hain: Das Kollektiv. Biografisch-institutionelle Netzwerke
16:30
Axel Zutz (Dipl.-Ing., Landschaftsgärtner, Garten-und Planungshistoriker, Berlin): Das grüne Berlin. Das Stadt-Landschafts-Konzept Reinhold Lingners und des Kollektivplans
17:00
Ralf Bock (Architekt und Forscher, BauWerkStadt, Wien): Hans Scharoun. Bauen für die Demokratie. Gestalt Finden für die offene Gesellschaft
17:30
Christina Lindemann (Dr. phil., Architektin und Stadtplanerin, Planungsgruppe WERKSTADT, Berlin): Das Fortwirken des Kollektivplans in der Stadtplanung der DDR bis zum Generalbebauungsplan von Berlin/DDR
18:00 Pause
18:15 Diskussion: P.L.A.N. (Wie planen im Anthropozän, wie planen in Berlin?)
Auf dem Podium: Simone Hain, Christa Kamleithner (Dr. phil., Architekturhistorikerin und Kulturwissenschaftlerin, Uni Zürich), Philipp Oswalt (Prof. für Architekturtheorie und Entwerfen, Uni Kassel).
Moderation: Thomas Flierl (Dr. phil., Architektur- und Planungshistoriker, Berlin)
Ende: 20:00